Schulpartnerschaft mit "Salinas Grandes" und INO (Instituto del Occidente) León, Nicaragua
 

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Erich-Kästner-Gesamtschule
Hermelinweg 10
22159 Hamburg

Tel.: 040 428 855 0
Fax: 040
428 855 1
Lz. 349/5064
www.hh.schule.de/ekg/

Ansprechpartner:
Gerhard Schumann
Tel.:  040 6928143
eMail:
GerdFS@aol.com

Im Jahr 2001 haben wir die größte Sammlung von Unterrichtsmaterial der letzten 10 Jahren zugunsten unserer beiden Partnerschulen in León / Nicaragua durchgeführt. Wir unterstützten wieder die Landschule Salinas Grandes (seit 1991) mit ca. 2000 Schülern (1. Klasse bis Abitur) und das INO (Instituto del Occidente (seit 1999), eine der größten allgemeinbildenden Schulen der Stadt mit ca. 3000 Schülern (1. Klasse bis Abitur).

Tatkräftige Hilfe erfuhr die Nicaragua Gruppe von SchülerInnen des Aufbaugymnasiums: Sie verluden 300 000 Blätter Papier aus Altbestände aus der Zeit der Spiritkarbon - Maschinen sowie Sachspenden. Klassen aus der gymnasialen Oberstufe veröffentlichten einen Sammelaufruf im Farmsener Wochenblatt und Spanischschüler der Sekundarstufe 1 sortierten und verpackten das gesamte Material.
Zusätzlich zu den Sachspenden von Eltern, Schülern und Lehrern kauften wir zu Großhandelspreisen und steuerbefreit 3000 Kugelschreiber, 2000 Bleistifte, 2400 Buntstifte, 2000 Lineale, 2000 Radiergummi, 2000 Anspitzer, Scheren, Heftklammern, Locher, Fußbälle u.v.m. Heraus kamen 11 wasserfeste Tonnen á 125 l sowie etliche Pakete, Fahrräder, Wandtafeln etc. Die Schüler erstellten Packzettel und Lieferscheine und berechneten den Warenwert: Zusammen mit 1000 DIN A4 Blocks und 110 T-Shirts „Hamburg und León“, die beide in Zentralamerika geordert werden, beläuft sich der gesamte Spendenumfang der EKG auf 14.700 DM incl. 1200 DM Transportkosten. Finanzieren konnten wir den Betrag aus den Überhängen der letzen beiden Jahre sowie den Spendeneinnahmen aus 2001 in Höhe von ca. 2300 DM.
Nach 5 Wochen Überfahrt erreichte der Container Zentralamerika und wurde mit großem  Engagement von Schülern und Lehrern ausgepackt und sein Material verteilt. Wie immer erleichtert unsere Hilfe die Arbeit an den Schulen erheblich, denn das Erziehungsministerium Nicaraguas weist außer Lehrergehältern den Schulen kaum weitere Zahlungen zu. Sie müssen für Licht, Wasser, Müll, ihren täglichen Schulbetrieb und für Renovierungen an Gebäuden und Einrichtungen selbst aufkommen. Das schaffen sie nicht, da ihre einzige Quelle das Schulgeld der Eltern ist, welches häufig nicht gezahlt werden kann. Dass dann kein Geld für die Anschaffung von Unterrichtsmaterial übrig bleibt, ist leicht verständlich.
Wie schwierig für die Lehrer die Arbeit in einem Land ist, in dem Wahlergebnisse selbst am Arbeitsplatz noch spürbar sind, erläutert ein Zeitungsbericht nach den Präsidentschaftswahlen, aus denen die Sandinisten (und Lehrergewerkschaften!) als Verlierer hervorgingen.
 
ERZIEHUNGSMINISTERIUM BEGINNT MIT SÄUBERUNGEN
„Das Erziehungsministeriums hat eine Liste der LehrerInnen zusammengestellt, die bei den Wahlen am 4. November als sandinistische Wahlbeobachter tätig waren. Eine von ihnen hat bereits ihre Stelle als Leiterin ihrer Schule verloren, und weitere sechzig erwarten in den kommenden Tagen ihre Entlassungsschreiben. Und das trotz der Tatsache, dass ebenso viele LehrerInnen, die PLC-AnhängerInnen (Siegerpartei) sind, die gleiche Tätigkeit für die Siegerpartei ausübten."  (El Nuevo Diario, 9.11.2001)

Die Errungenschaften der Sandinisten in den 80er Jahren, wie kostenlose Schulbildung, Alphabetisierungskampagnen sind ab 1990 von den konservativen Regierungen nach und nach rückgängig gemacht worden. Auflagen vom Internationalen Währungsfonds im Rahmen von Kreditvergaben, die u.a. die Kürzung der staatlichen Ausgaben vorsehen, verschlimmern es noch: Der Haushaltsplan für das Jahr 2002 sieht eine Senkung der Staatsausgaben um 10% vor. Von den Kürzungen besonders stark betroffen sind die Bereiche Gesundheit (19% weniger, d.h. pro Nicaraguaner sind ca. 22 Dollars im Jahr für das Gesundheitswesen vorgesehen!) und „Bildung, Kultur und Sport“ (27%). Pro Kopf für die Schul- und Sportausbildung werden also rund 100 DM im Jahr ausgegeben. Dafür kann man sich in Nicaragua zwar mehr kaufen als in Deutschland, aber nicht viel mehr.
Unter Berücksichtigung dieser politischen Situation haben unsere Sach- und Geldspenden an die Partnerschulen besondere Bedeutung: Ein Minimum an Bildung für alle und die Bekämpfung des Analphabetismus sind Voraussetzungen für den Kampf gegen politische Abhängigkeit und Unterdrückung. Wir wollen auch gerade diejenigen Gewerkschaftler unterstützen, die sich finanziellen Kürzungen und politischer Gleichschaltung widersetzen. Das zu tun bemühen sich die Mitglieder der Solidaritätskommissionen der Partnerschulen. Sie gehören sämtlich der Lehrergewerkschaft ANDEN an, die massiv vom Bildungsministerium bekämpft wird.
Für diejenigen, die sich im Unterricht weiter mit dem Thema beschäftigen möchten, haben wir im DIZ eine Nicaragua - Mappe bereitgestellt. Sie enthält Hinweise für alle Klassenstufen. Wir kommen auch gern in die Klassen (z.B. für einen Dia-Vortrag)

Im  Mai 2002 sammelten wir wieder Unterrichtsmaterial für unsere beiden Partnerschulen in León / Nicaragua: Unsere Spenden erleichtern die Arbeit an den Schulen erheblich, denn das Erziehungsministerium Nicaraguas weist außer Lehrergehältern den Schulen kaum weitere Gelder zu. Sie müssen für Licht, Wasser, Müll, ihren täglichen Schulbetrieb und für Renovierungen an Gebäuden und Einrichtungen selbst aufkommen.
Schülerinnen der 8. und 10. Klassen haben beim Sammeln und Verpacken des Unterrichtsmaterials geholfen und waren auch im Hafen dabei, als es um das seefertige Verstauen der gesamten Materialien aus Hamburg ging.
Wir haben diesmal leider nur 6 Tonnen schicken können mit folgendem Inhalt: 3000 Kugelschreiber, 500 Bleistifte, 100 Etuis Buntstifte, 1200 Radiergummis, 500 Hefte / Kollegblocks sowie T – Shirts mit der Aufschrift Hamburg – León. Außerdem Lineale, Fußbälle, Eastpacks, Papier etc. Diesmal deutlich weniger, da wir nicht genügend finanzielle Spenden hatten, um im Großhandel zu kaufen. Gesamtsumme 1100 €. Vergleich zum letzten Jahr: 7000 €.

!!!!! HILFE !!!!!
Wir versinken in der Flut von Briefen, die uns Leoner Schüler zum Ende dieses Jahres geschickt haben. In ihnen beschreiben sie ihren Alltag und ihr Schulleben. Die Briefe liegen in Spanisch vor. Außerdem haben Spanischkurse einige Briefe übersetzt, die interessierte Klassen (Deutschunterricht, GMK, GU etc.) gerne erhalten können. Die Leoner Schüler freuen sich auch über Post von unseren Schülern!
 

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