
Erich-Kästner-Gesamtschule
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Gerhard Schumann
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Im Jahr 2001 haben wir die größte
Sammlung von Unterrichtsmaterial der letzten 10 Jahren zugunsten unserer
beiden Partnerschulen in León / Nicaragua durchgeführt. Wir unterstützten
wieder die Landschule Salinas Grandes (seit 1991) mit ca. 2000 Schülern
(1. Klasse bis Abitur) und das INO (Instituto del Occidente (seit 1999), eine
der größten allgemeinbildenden Schulen der Stadt mit
ca. 3000 Schülern (1. Klasse bis Abitur).
Tatkräftige Hilfe erfuhr die Nicaragua Gruppe von SchülerInnen des
Aufbaugymnasiums: Sie verluden 300 000 Blätter Papier aus Altbestände aus
der Zeit der Spiritkarbon - Maschinen sowie Sachspenden.
Klassen aus der gymnasialen Oberstufe veröffentlichten einen Sammelaufruf im
Farmsener Wochenblatt und Spanischschüler der Sekundarstufe 1 sortierten und
verpackten das gesamte Material.
Zusätzlich zu den Sachspenden von Eltern, Schülern und Lehrern kauften wir
zu Großhandelspreisen und steuerbefreit 3000 Kugelschreiber,
2000 Bleistifte, 2400 Buntstifte, 2000 Lineale,
2000 Radiergummi, 2000 Anspitzer, Scheren, Heftklammern, Locher, Fußbälle
u.v.m. Heraus kamen 11 wasserfeste Tonnen á 125 l sowie etliche Pakete,
Fahrräder, Wandtafeln etc. Die Schüler erstellten Packzettel und
Lieferscheine und berechneten den Warenwert: Zusammen mit 1000 DIN A4 Blocks
und 110 T-Shirts „Hamburg und León“, die beide in Zentralamerika geordert
werden, beläuft sich der gesamte Spendenumfang der EKG auf 14.700 DM incl.
1200 DM Transportkosten. Finanzieren konnten wir den Betrag aus den
Überhängen der letzen beiden Jahre sowie den Spendeneinnahmen aus 2001 in
Höhe von ca. 2300 DM.
Nach
5 Wochen Überfahrt erreichte der Container Zentralamerika und wurde mit
großem Engagement von Schülern und Lehrern ausgepackt und sein Material
verteilt. Wie immer erleichtert unsere Hilfe die Arbeit an den Schulen
erheblich, denn das Erziehungsministerium Nicaraguas weist außer
Lehrergehältern den Schulen kaum weitere Zahlungen zu. Sie müssen für Licht,
Wasser, Müll, ihren täglichen Schulbetrieb und für Renovierungen an Gebäuden
und Einrichtungen selbst aufkommen. Das schaffen sie nicht, da ihre einzige
Quelle das Schulgeld der Eltern ist, welches häufig nicht gezahlt werden
kann. Dass dann kein Geld für die Anschaffung von Unterrichtsmaterial übrig
bleibt, ist leicht verständlich.
Wie schwierig für die Lehrer die Arbeit in einem Land ist, in dem
Wahlergebnisse selbst am Arbeitsplatz noch spürbar sind, erläutert ein
Zeitungsbericht nach den Präsidentschaftswahlen, aus denen die Sandinisten
(und Lehrergewerkschaften!) als Verlierer hervorgingen.
ERZIEHUNGSMINISTERIUM BEGINNT MIT SÄUBERUNGEN
„Das
Erziehungsministeriums hat eine Liste der LehrerInnen
zusammengestellt, die bei den Wahlen am 4. November als sandinistische
Wahlbeobachter tätig waren. Eine von ihnen hat bereits ihre Stelle als
Leiterin ihrer Schule verloren, und weitere sechzig erwarten in den
kommenden Tagen ihre Entlassungsschreiben. Und das trotz der Tatsache,
dass ebenso viele LehrerInnen, die PLC-AnhängerInnen
(Siegerpartei)
sind, die gleiche Tätigkeit für die Siegerpartei ausübten."
(El Nuevo Diario, 9.11.2001) |
Die Errungenschaften der Sandinisten in den 80er
Jahren, wie kostenlose Schulbildung, Alphabetisierungskampagnen sind ab 1990
von den konservativen Regierungen nach und nach rückgängig gemacht worden.
Auflagen vom Internationalen Währungsfonds im Rahmen von Kreditvergaben, die
u.a. die Kürzung der staatlichen Ausgaben vorsehen, verschlimmern es noch:
Der Haushaltsplan für das Jahr 2002 sieht eine Senkung der Staatsausgaben um
10% vor. Von den Kürzungen besonders stark betroffen sind die Bereiche
Gesundheit (19% weniger, d.h. pro Nicaraguaner sind ca. 22 Dollars im Jahr
für das Gesundheitswesen vorgesehen!) und
„Bildung,
Kultur und Sport“ (27%). Pro Kopf für die Schul- und Sportausbildung werden
also rund 100 DM im Jahr ausgegeben. Dafür kann man sich in Nicaragua zwar
mehr kaufen als in Deutschland, aber nicht viel mehr.
Unter Berücksichtigung dieser politischen Situation haben unsere Sach- und
Geldspenden an die Partnerschulen besondere Bedeutung: Ein Minimum an
Bildung für alle und die Bekämpfung des Analphabetismus sind Voraussetzungen
für den Kampf gegen politische Abhängigkeit und Unterdrückung. Wir wollen
auch gerade diejenigen Gewerkschaftler unterstützen, die sich finanziellen
Kürzungen und politischer Gleichschaltung widersetzen. Das zu tun bemühen
sich die Mitglieder der Solidaritätskommissionen der Partnerschulen. Sie
gehören sämtlich der Lehrergewerkschaft ANDEN an, die massiv vom
Bildungsministerium bekämpft wird.
Für diejenigen, die sich im Unterricht weiter mit dem Thema beschäftigen
möchten, haben wir im DIZ eine Nicaragua - Mappe bereitgestellt. Sie enthält
Hinweise für alle Klassenstufen. Wir kommen auch gern in die Klassen (z.B.
für einen Dia-Vortrag)
Im
Mai 2002 sammelten wir wieder Unterrichtsmaterial für unsere beiden
Partnerschulen in León / Nicaragua: Unsere Spenden erleichtern die Arbeit an
den Schulen erheblich, denn das Erziehungsministerium Nicaraguas weist außer
Lehrergehältern den Schulen kaum weitere Gelder zu. Sie müssen für Licht,
Wasser, Müll, ihren täglichen Schulbetrieb und für Renovierungen an Gebäuden
und Einrichtungen selbst aufkommen.
Schülerinnen der 8. und 10. Klassen haben beim Sammeln und Verpacken des
Unterrichtsmaterials geholfen und waren auch im Hafen dabei, als es um das
seefertige Verstauen der gesamten Materialien aus Hamburg ging.
Wir haben diesmal leider nur 6 Tonnen schicken können mit folgendem Inhalt:
3000 Kugelschreiber, 500 Bleistifte, 100 Etuis Buntstifte, 1200
Radiergummis, 500 Hefte /
Kollegblocks
sowie T – Shirts mit der Aufschrift Hamburg – León. Außerdem Lineale,
Fußbälle, Eastpacks, Papier etc. Diesmal deutlich weniger, da wir nicht
genügend finanzielle Spenden hatten, um im Großhandel zu kaufen. Gesamtsumme
1100 €. Vergleich zum letzten Jahr: 7000 €.
!!!!! HILFE !!!!!
Wir versinken in der Flut von Briefen, die uns Leoner Schüler zum Ende
dieses Jahres geschickt haben. In ihnen beschreiben sie ihren Alltag und ihr
Schulleben. Die Briefe liegen in Spanisch vor. Außerdem haben Spanischkurse
einige Briefe übersetzt, die interessierte Klassen (Deutschunterricht, GMK,
GU etc.) gerne erhalten können. Die Leoner Schüler freuen sich auch über
Post von unseren Schülern! |