
Gymnasium
Altona
Hohenzollernring 57 - 61
22763 Hamburg
Tel.: 040
428970-0
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eMail:
molt@gymaltona.hh.schule.de
www.hh.schule.de/gymaltona/
Ansprechpartner:
Harro Molt |
Seit 1980 fördert das Gymnasium Altona soziale Projekte in der Region um den
Marktflecken Huari in den Anden. Aus den Erträgen unseres jährlichen Peru-Basars, der
längst zu unserem Markenzeichen weit über den Stadtteil hinaus geworden ist und der in
der Regel immer am letzten Freitag im November stattfindet, sind bisher hauptsächlich der
Aus- und Umbau unserer Patenschule, der Secundaria "Manuel Gonzales Prada" ,
eine Krankenstation, ein Waisenheim für Mädchen und eine Reihe landwirtschaftlicher
Anbauprojekte gefördert bzw. erst ermöglicht worden.
Seit vielen Jahren wird unser Basar von der
peruanischen Gemeinde und dem Generalkonsulat Perus in Hamburg mit Musik, Tanz und
Spezialitäten unterstützt. 580 km nordöstlich von Lima, jenseits der Cordelliera Negra
liegt der Ort in ca. 3.300 m Höhe. Man erreicht ihn von Lima aus in zwei Tagen mit dem
Bus in anstrengender und abenteuerlicher Fahrt. Dort leben fast ausschließlich Indios,
die in der Landwirtschaft tätig sind. Sie bauen Mais, Weizen und Süßkartoffeln an. Das
Verhältnis ihres Ertrages zum eingesetzten Saatgut ist bei Weizen 4 : 1 (Deutschland 23 :
1). Die Bevölkerung der umliegenden Dörfer muß mit noch geringerem Ertrag leben. So
wird von Erwachsenen, aber auch schon von Kindern und Jugendlichen, Coca gekaut, um den
Hunger und die Erschöpfung von der harten Feldarbeit (teilweise an steilen Hängen) nicht
spüren zu müssen. Wenn die Kinder eine Chance erhalten, gehen sie nach Huari. Dort leben
sie im Kinderheim oder bei Privatleuten und versuchen auf der Schule Secundaria (nach
vierjährigem unregelmäßigen Besuch der Grundschule) möglichst viel und lange zu
lernen, um mit mehr Erkenntnissen und Wissen um den Lebensunterhalt kämpfen zu können.
Als weitere Probleme sind in den letzten Jahren die Cholera und die Aktivitäten
der Untergrundorganisation "Sendero Luminoso" hinzugekommen. Seit 1984 (mit
einem Vorspiel 1980) haben wir über den alljährlichen Peru-Basar fast DM 150.000 für
die Förderung unserer Projekte in der Region Huari bereitstellen können. Seit 1997
flossen die Gelder verstärkt in ein Projekt zur Aus- und Weiterbildung von Schülern
unserer Patenschule "Manuel Gonzales Prada". Den jungen Peruanern soll damit
eine handwerkliche Ausbildung zu Metallern, Tischlern, Elektrikern und
landwirtschaftlichen Facharbeitern vermittelt werden. Wir hoffen damit wenigstens einen
Teil der jungen Leute von der Abwanderung nach Lima - und das heißt: in die Favelas von
Lima - abhalten und damit die Landflucht bremsen zu können. Robert Funk, ein schweizer
Entwicklungshilfeexperte und Mitarbeiter des Diakonischen Werks, trägt vor Ort in
Zusammenarbeit mit sachkundigen Kontaktpersonen für den gewissenhaften und
projektorientierten Einsatz der Basargelder Sorge. Mehrfach haben Kollegen unserer Schule
die Region bereist und die Fortschritte unserer Arbeit in Augenschein genommen. Wie kommt
ein Gymnasium aus den Hamburger Elbvororten ausgerechnet zu einem Engagement in Peru? Das
hat mit "Agu", unserem peruanischen Kollegen aus Huari, und besonders mit einem
Erlebnis unser Kollegin Birgit Scholing-Prümm, der Ansprechpartnerin für das Projekt, zu
tun. Lassen wir sie selbst sprechen.
"Angefangen hat das Projekt Huari mit einem persönlichen Erlebnis.
Unser peruanischer Sportkollege Herr Agüero hatte meinen Mann und mich eingeiaden, sein
Heimatland kennenzulernen. Wir bereisten 1984 fast 6 Wochen lang das Land und lernten als
erste Station die Gemeinde Huari kennen. Entscheidend für das Projekt Huari war die Fahrt
von Lima in das Andendorf. 380 Km fährt man mit dem Bus die Pan - Americana von Lima aus
in Richtung Norden. Dann verläßt der Bus diese Straße und schraubt sich schnell in die
Anden hinauf, wobei er zwei Pässe von 4080 und 4600 m Höhe überwinden muss, bis er
langsam abwärts nach Huari fährt. Am zweiten Pass standen lndios mit ihren Kindern und
bettelten um Brot. Von Brasilienreisen kannte ich bereits das Gesicht der Armut
Lateinamerikas. Was mich jedoch an dieser Straße ansah, hat den Gedanken in mir geweckt:
für diese Kinder muss man etwas tun. Der Gedanke wurde zur Idee, als ich den folgenden
Streckenabschnitt der Hochstraße, unbefestigt, nie gesichert, mit Schlaglöchern
gigantischen Ausmaßes und Steilheit überlebt hatte. Mein Entschluss: Wenn ich wieder
gesund nach Hamburg komme, möchte ich nicht nur von der Reise erzählen, ich will etwas
tun." |