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Gymnasium Heidberg
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Das Theaterprojekt „Ein Ehemann für die
Prinzessin“ entstand im Russischunterricht einer (ehemaligen) 8. Klasse
des Gymnasiums Heidberg. In der schule wird ab der 7. Klasse Russisch als
Fremdsprache angeboten. In diesem Fall sollte mit Hilfe von Projektarbeit
für russische Muttersprachler/innen und Anfänger/innen der russischen
Sprache gemeinsamer Russischunterricht durchgeführt werden. In der
Russischgruppe der 8. Klasse befanden sich 13 Schüler/innen, unter ihnen 3
russische Muttersprachler/innen, 2 Kinder aus polnisch-deutschen Familien
sowie 8 Kinder aus einsprachig deutschen Familien. Aus diesem Nebeneinander
unterschiedlicher Herkünfte und kultureller Hintergründe sollte ein
Miteinander werden.
Aus der Behandlung eines Lehrbuchtextes ergab sich ein Gespräch mit den
Schüler/innen über russische Sitten und Gebräuche und auch darüber, wohin
die russische Gesellschaft sich bewegt. Das war der Anstoß für das moderne
Märchen „Ein Ehemann für die Prinzessin“ - eine gekonnte Mischung aus
Märchen und modernem Russland. Das Märchen entwickelten die Schüler/innen zu
einem szenischen Beitrag zum Gruppenwettbewerb des Bundeswettbewerbs
Fremdsprachen, mit dem sie den ersten Preis auf dem Bundessprachenfest in
Konstanz gewannen.
Im Juni 2002 reisten die Schüler/innen zum Schüleraustausch mit ihrer
Partnerschule Nr. 72 nach St. Petersburg. Die St. Petersburger Schule liegt
im Norden der Stadt, in einer Gegend mit Betonbauten und heruntergekommenen
Treppenhäusern. Das in der Mitte dieser grauen „Idylle“ liegende
Schulgebäude wurde 1970 erbaut und nie renoviert. Die Kellerfenster sind mit
Brettern zugenagelt, weil in den Kellerräumen das Wasser steht. Die Flure
sind sauber, aber die PVC-Platten fehlen zum Teil - Ersatz gibt es nicht.
Die Menschen in diesen Wohnvierteln sind vor allem mit dem eigenen Überleben
beschäftigt.
Als die Hamburger Schüler/innen in ihrer russischen Partnerschule eine
Videoaufnahme von der Märchenaufführung zeigten, entstand die Idee, dieses
gelungene Theaterspiel zu erweitern und zur 300-Jahr-Feier in St. Petersburg
gemeinsam aufzuführen – als ein Zeichen für deutsch-russische
Zusammenarbeit. Die St. Petersburger Partner/innen arbeiteten voller
Begeisterung an einer Erweiterung des Stückes: Sie ließen z.B. russische
Schüler darin als deutsche Bewerber um die Hand der Prinzessin auftreten und
gaben außerdem dem Ganzen einen passenden musikalischen Rahmen.
Für den September 2003 plante eine Gruppe von 10 Schüler/innen der
Theatergruppe mit zwei Begleiterinnen eine Reise nach St. Petersburg, bei
der u.a. das Stück aufgeführt werden sollte. Das Projekt wurde vom Hamburger
Senat bezuschusst als Hamburger Beitrag zum 300jährigen Jubiläum der Stadt
St. Petersburg. Die Unterbringung erfolgte in Gastfamilien der Schule Nr.
72. Der Pfarrer der evangelischen Kirche am Newskij - Prospekt, zu der eine
russisch-deutsche Gemeinde gehört, hatte seine Kirche als Aufführungsort für
das Theaterstück zur Verfügung gestellt. Der Leiter eines Restaurants wollte
für die anschließende Feier die Getränke sponsern. Zu der Aufführung sollten
u.a. St. Petersburger Schulen, an denen Deutsch unterrichtet wird, und
deutsch-russische Vereinigungen und Institutionen eingeladen werden. |