
Ganztagsschule Hegholt
Hegholt 44
22179 Hamburg
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Ansprechpartnerin:
Clara Maria Böning
Clara-Marie.Boening@gmx.de
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Im Erdkundelehrplan für Klasse 8 der Haupt- und Realschule wird
das Thema Menschen und Probleme in Entwicklungsländern vorgegeben.
Diese sehr komplexe Problematik möchten wir für unsere Schüler durchschaubarer und
greifbarer machen, besonders auch deshalb, weil in unseren integrierten Klassen Haupt- und
Realschüler gemeinsam lernen.
Ausgehend von Handelsprodukten, die die Schüler
aus ihrer unmittelbaren Erfahrungswelt kennen, haben wir den Schwerpunkt auf den Fairen
Handel gelegt. Es bieten sich Produkte wie z.B. Kaffee, Tee, Kakao an. Aber
auch Themen wie Teppiche oder Textilien sind dazu geeignet, einen möglichst
konkreten Zugang zu globalen Zusammenhängen zu ermöglichen. Die
Projekte der 8. Klassen des Schuljahres
1998/99 wurden ausführlich dokumentiert.
Im Februar 2003 führte die Klasse 8a (16 Jungen und 8 Mädchen) ein
Unterrichtsprojekt zum Thema "Globalisierung am Beispiel Textilien" durch.
Die Klasse ist seit Anfang des 7. Schuljahres mit Themen zu globaler
Gerechtigkeit vertraut und gewohnt, in größeren Projekten zu arbeiten. So
hatte sie bereits Erfahrungen aus dem Bau eines Naturlehrpfades und aus
einer intensiven Gewässeruntersuchung der Osterbek, ihres "Heimatbaches".
Das Fach Erdkunde war schon im Vorjahr mit einem hohen Stundenanteil während
des Februar kompakt, epochal und schülerorientiert erteilt worden (Thema:
"Reisen in Europa"). Dafür spricht, dass wir in dieser Zeit Studenten im
integrierten Schulpraktikum anfordern können, die uns bei einer intensiven
arbeitsteiligen Bearbeitung des Themas unterstützen können. Auf diese Weise
waren auch beim diesjährigen Erdkundethema fünf Erwachsene für 26 Schüler
zuständig und beratend tätig.
Als
das Projekt für die.Schüler begann, hatte bereits ein erheblicher Vorlauf
auf der Seite der Erwachsenen stattgefunden. Seit Dezember hatten sie
regelmäßig getagt, das Thema eingegrenzt, Literatur gesichtet und zu
Quellentexten verdichtet und Arbeitsfragen strukturiert. Ferner waren
Exkursionen mit außerschulischen Institutionen, "Open school 21",
"Süd-Nord-Kontor", Hafengruppe (Alternative Hafenrundfahrt), Versandhaus
OTTO, einem Nachbarunternehmen der Schule,.und dem Zentrallager der
Textilhandelskette "Hennes & Mauritz" vereinbart worden. Unsere
Schülerschaft ist auf Grund ihrer Zusammensetzung auf diese Vorarbeit und
Strukturierung durch die Lehrer angewiesen.
Die Schüler ihrerseits konnten ihre Interessen und Fragen in einem
Brainstorming
äußern.
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Themenbereiche standen schließlich für die Schüler zur Wahl, deutlich mehr
als Gruppen, damit das Gefühl freier Themenwahl nicht zu stark eingeschränkt
wurde. In einem Brainstorming konnten die Schüler sich frei zum Thema
Kleidung äußern (Metaplantechnik) und Themenschwerpunkte clustern.
In ihren selbstgewählten Teams gingen die Schüler folgenden Fragen und
Themenkomplexen nach:
- Wie werden die Produktionsbedingungen für Textilien von OTTO und
Hennes & Mauritz beschrieben?
- Welche kritischen Sichtweisen der Produktionsbedingungen gibt es?
- Baumwolle (ökologische Betrachtung, Produktion und Geschichte)
- Altkleiderverwertung konventionell und die Folgen
- Altkleiderverwertung alternativ
- Kalkulation von Textilien
- Weltreise einer Jeans
- Konsumverhalten von Jugendlichen
- Werbung für Kleidung
- Textilien - fair gehandelt
- Geschichte der Mode
Durch
die hohe Stundenanzahl für Exkursionen und die entsprechend geringere Anzahl
für schulische Arbeit einerseits und das ohnehin enge Zeitfenster bis zur
geplanten Präsentation der Arbeitsergebnisse im Hause OTTO war die Arbeit
bei meisten Schülern von Anfang an zielgerichteter als im Vorjahr.
Damit das Projekt und sein Thema nicht isoliert im Raum standen, wurde
von vornherein geplant, für thematische Anschlüsse in der Folgezeit zu
sorgen. Besonders geglückt erscheint uns in diesem Zusammenhang die
Zusammenarbeit mit dem Weltladen "Bramfelder Laterne". Mit ihm wurde
vereinbart, dass 8 Schüler der Klasse ein halbes Jahr lang über die Woche
verteilt beim Wareneinkauf, der Auszeichnung und dem Verkauf helfen. Die
Zeit wird den Schülern als Wahlpflichtkurs angerechnet und im Zeugnis
testiert. Sowohl der Weltladen als auch die Schüler profitieren von dieser
Kooperation. Sie nämlich erhalten neben den schulischen Betriebspraktika
einen zusätzlichen Einblick in eine sehr spezifische Form des Einzelhandels,
ihr Warenangebot und ihren spezifischen Kundenstamm sowie die Motive der
beteiligten Menschen.
Clara-Marie Böning,
Wolfgang Miehle, Schule Hegholt |