
Staatliche
Gewerbe- schule für Holztechnik,
Farbtechnik und Raumgestaltung G6
Richardstr. 1
22081 HamburgTel.: 040
428860 0
Fax: 040 428860 152
Ansprechpartner:
Rainer Maehl
rainer_maehl@hotmail.com
www.gsechs-forum.de
|
Die Staatliche Gewerbeschule für
Holztechnik, Farbtechnik und Raumgestaltung in Hamburg wird von
Auszubildenden der Maler- und Lackierer- Tischler- Raumausstatter- und
Textilberufe, von zukünftigen Holztechnikern, Maler- und Gewandmeistern
sowie Fachoberschülern für Raumgestaltung besucht. Die Einrichtung einer
Partnerschaft mit einer Bildungseinrichtung in Mosambik ist von der
Lehrerkonferenz der Gewerbeschule 6 in Hamburg beschlossen und seit 1999 ein
Ziel des Schulprogramms.
Schülerinnen und Schüler der Gewerbeschule 6 gründeten in der Folge den
„Verein zum Austausch zwischen den Kulturen“, damit auch ehemalige
Schülerinnen und Schülern und weitere Interessierte die Partnerschaft aktiv
weiterentwickeln können. Die Vereinsarbeit wird heute getragen von
Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern der Gewerbeschule 6
. Zudem wird die Vereinsarbeit von ehemaligen Schülerinnen und Schülern der
Gewerbeschule 6 sowie Studenten der Universität Hamburg unterstützt.
Seit 2001 steht die Gewerbeschule 6 in Kontakt mit Einrichtungen in
Mosambik, um langfristige Partnerschaften mit ihnen aufzubauen. Ziel dieser
Partnerschaft ist es, einen Austausch zwischen den (Handwerks-) Kulturen auf
Augenhöhe zu ermöglichen und langfristig dazu beizutragen, die
Berufsperspektiven von Kindern und Jugendlichen in Mosambik zu verbessern.
Die Partnerschaftsarbeit der Gewerbeschule 6 wurde bereits mehrfach in
Wettbewerben ausgezeichnet. Neben einer dreiwöchigen Projektreise 2002 sowie
einer vierwöchigen Projektreise 2006 nach Maputo fanden mehrere
ASA-Austauschprojekte statt. Zum einen konnten deutsche Auszubildende in den
Partnereinrichtungen arbeiten, zum anderen hatten Mitglieder der
Partnerorganisationen die Möglichkeit, in 1 ½ bis 3 monatigen Gegenbesuchen
in Hamburg den persönlichen und fachlichen Austausch zu führen.
Seit 2005 besteht der Kontakt zum Ministerium für Erziehung und Kultur (MEC)
in Maputo. Auf Einladung des MEC fand im August 2006 die zweite
Partnerschaftsreise nach Mosambik statt. Hamburger Tischlerauszubildende
erfuhren im Rahmen ihres Aufenthalts wie mosambikanische Jugendliche leben
und wie Tischler in Mosambik arbeiten und ausgebildet werden. Indem ein
Tischkicker gemeinsam entwickelt, geplant und gefertigt wurde, fand ein
intensiver handwerklicher Austausch statt.
Die Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler während der Partnerschaftsreise
2006 nach Mosambik fanden eine hohe Anerkennung bei unseren mosambikanischen
Partnern, hier insbesondere dem Erziehungsministerium und den von uns
besuchten Schulen. Auch die Deutsche Botschaft in Maputo zeigte sich von den
Aktivitäten beeindruckt und hat ihre Unterstützung angeboten.
Das Projekt 2006 wurde im Rahmen des Schulwettbewerbs des Bundespräsidenten
„Alle für eine Welt für alle“ als eines der Siegerteams geehrt und von
Bundespräsident Köhler und der Bundesministerin für Zusammenarbeit und
Entwicklung Wieczorek-Zeul als beispielhaft bezeichnet.
Eine Folge des Erfolgs im Wettbewerb des Bundespräsidenten ist die Teilnahme
von zwei Mitgliedern unseres Mosambikforum an der vom Bundespräsidenten
initiierten internationalen Konferenz „Partnerschaft mit Afrika“, die vom
12. bis zum 14. Januar 2007 in Accra / Ghana stattfand.
Zuletzt waren im Januar/Februar 2007 die Schulleiterin der Partnerschule
sowie ein Mitarbeiter des Ministeriums für Erziehung und Kultur im Rahmen
des Regierungsstipendiatenprogramms des Hamburger Senats für 6 Wochen zu
Gast in Hamburg, um mit einem Gegenbesuch die Beziehungen zwischen der
Gewerbeschule 6 und den mosambikanischen Bildungsinstitutionen zu
intensivieren.
Der mosambikanische Fotograf und Kameramann Rui Assubuji arbeitete im
Februar 2007 eine Woche mit SchülerInnen unserer Fachoberschule im Rahmen
eines internationalen Fotoprojekts zum Thema „Armut und Reichtum – in
Deutschland und Mosambik“.
Die Ziele der Partnerschaftsarbeit:
Für die SchülerInnen der Gewerbeschule 6 in Hamburg:
- Dialog
zwischen den Kulturen auf Augenhöhe: unseren Schülerinnen und Schülern
soll die Begegnung mit einer fremden Kultur über das gemeinsame Handwerk
ermöglicht werden. Dabei sollen sie Einblicke in die Arbeitsbedingungen
in Mosambik bekommen, aber auch die Erfahrung machen, unter Bedingungen
zu arbeiten, die sich von den in Deutschland gewohnten stark
unterscheiden.
-
Globales Lernen im Berufsschulunterricht: Junge Menschen verstehen die
Ursachen von Armut und Unterentwicklung in den armen Ländern besser,
wenn entwicklungspolitische Inhalte am Beispiel konkreter Kontakte zu
realen Menschen und ihrer Lebensbedingungen erfahrbar werden. Im Rahmen
des Unterrichts werden Themen wie Entwicklungszusammenarbeit, Ursachen
der Armut und Globalisierung exemplarisch am Beispiel Mosambiks
erarbeitet. Kontakte zu realen Menschen ermöglichen zudem das Erfahren
von Lebensfreude und einer Kultur, die Mut macht, sich in unserer
Gesellschaft für eine gerechtere Welt einzusetzen. Regelmäßig führen wir
im Rahmen unserer Vereinsarbeit Seminare zum Thema „interkulturelle
Kommunikation“ durch, um unseren Schülern über die Reflexion ihrer
eigenen kulturellen Identität das Verständnis anderer Kulturen gerade im
schulischen Kontext zu ermöglichen.
- Unsere
SchülerInnen übernehmen Verantwortung: In der Phase der Planung und
Durchführung der Partnerschaftsreisen sowie der regulären Arbeit im
Forum übernehmen die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler verschiedene
Aufgaben und bearbeiten diese eigenständig. Die Beobachtungen und
Erfahrungen der Partnerschaftsreisen fließen wieder ein in die weitere
Arbeit im Unterricht und in die Partnerschaftsarbeit und können anderen
Schülerinnen und Schülern weitervermittelt werden.
Für die SchülerInnen in Mosambik:
-
Schülerinnen und Schüler aus Hamburg und Mosambik planen im Rahmen der
Partnerschaftsreisen gemeinsam Arbeitsprojekte, die mit einfachen
Mitteln in Mosambik durchgeführt werden können. Diese Projekte
ermöglichen den Austausch über gemeinsame Arbeit und dadurch ein
Kennenlernen auch über sprachliche und kulturelle Hindernisse hinweg.
-
Handwerkliche Kenntnisse und Fertigkeiten werden ausgetauscht und
ermöglichen es den SchülerInnen in Mosambik, zu einer Verbesserung ihrer
schulischen Ausbildungssituation beizutragen.
- Bei der
Entwicklung und Fertigung von Produkten (z.B. Hobel, Schuluniformen)
werden fachliche Inhalte erlernt und vertieft und es entsteht ein
Produkt, das in den Besitz der SchülerInnen übergeht und ihnen damit
unmittelbar zur Nutzung zur Verfügung steht.
Für beide Seiten:
-
Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Mosambik lernen sich über
die gemeinsame Arbeit kennen. In der Auseinandersetzung mit konkreten,
das jeweilige Handwerk betreffenden Themen, (Tischlern, Schneidern,
Farb- und Raumgestaltung) werden die Besonderheiten und Eigenheiten der
verschiedenen Handwerks- und Lebenskulturen für die Schüler
nachvollziehbar und somit erfahrbar gemacht. Die Schüler können sich
durch diesen sinnhaften Arbeits- und Lernprozess in die jeweils andere
Lebenswirklichkeit einfinden und entwickeln so Verständnis, Achtung und
Respekt voreinander.
Partnerschaftsarbeit konkret: die Ergebnisse der Partnerschaftsreise 2006
Zukünftige
Aktivitäten hinsichtlich der Weiterentwicklung des Partnerschaftskonzepts
zwischen der Gewerbeschule 6 in Hamburg und unseren mosambikanischen
Partnereinrichtungen |