Partnerschaftsarbeit
konkret: die Ergebnisse der Partnerschaftsreise 2006
Die
Partnerschaftsreise 2006 hatte zwei Hauptziele:
-
Aus Sicht der
teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sollten Erfahrungen in der
fachlichen Zusammenarbeit mit mosambikanischen Schülerinnen und
Schülern und Handwerkern im Bereich Holzbearbeitung gesammelt
werden. Außerdem sollte im Rahmen des Aufenthaltes die Möglichkeit
bestehen, möglichst vielfältige Kontakte und Erfahrungen mit
Menschen einer anderen Kultur zu machen, eine andere Kultur und
Gesellschaft in ihrer Vielfältigkeit zu erleben.
-
In Hinblick auf
die Weiterentwicklung der Partnerschaft zwischen der
Gewerbeschule 6
in Hamburg auf der einen Seite und mosambikanischen Institutionen
auf der anderen Seite war das Ziel, den vorhandenen Kontakt zum
nationalen Erziehungsministerium zu vertiefen und im Rahmen des
Aufenthalts eine für beide Seiten realistische und vorteilhafte
Perspektive einer zukünftigen Partnerschaft zu entwickeln. Hierbei
war es ein wichtiges Ziel, in Absprache mit dem
Erziehungsministerium eine geeignete Schule zu finden, mit der die
G6 in Zukunft direkt kooperieren kann.
Zunächst einige
Vorbemerkungen zu den Rahmenbedingungen, unter denen die Reise
stattfand:
Einladende
Institution war das Ministerio de Educacao e Cultura, das nationale
Ministerium für Erziehung und Kultur. Das Ministerium trägt mit dieser
Einladung die Verantwortung für die plangemäße Durchführung der Reise
und die Sicherheit aller ReiseteilnehmerInnen. Verbunden hiermit ist die
Einhaltung eines bestimmten Protokolls, das Vor- und
Auswertungsgespräche mit den Verantwortlichen auf nationaler, lokaler
und institutioneller Ebene einschließt. Insbesondere die
Sicherheitsfrage für die Gäste, die i.d.R. die Landessprache nicht
beherrschen und nicht mit den lokalen Verkehrsbedingungen und
Verhaltensweisen vertraut sind, bedingt aus Sicht der mosambikanischen
Institutionen eine aus unserer Sicht recht durchorganisierte
Programmplanung, die recht wenig Spielraum für individuelle Wünsche
lässt. Demgegenüber waren wir in der Programmplanung sowie während der
Reise bemüht, den Interessen der TeilnehmerInnen nach größtmöglicher
individueller Gestaltung ihres Aufenthaltes gerecht zu werden.
Das Reiseprogramm
wurde vor allem in der ersten Woche von vielen TeilnehmerInnen als sehr
anstrengend empfunden. Dieser Eindruck wurde verstärkt dadurch, dass die
Kommunikation mit der mosambikanischen Seite nur auf Portugiesisch
möglich war. Durch die notwendige Übersetzung dauerten offizielle
Termine dementsprechend länger.
Da die Reise zum
größten Teil von den TeilnehmerInnen selbst finanziert wurde, musste
eine möglichst kostengünstige Unterbringung der Reisegruppe organisiert
werden, die sich in einem Vorort von Maputo befand.
Die Wohn- und
Reisebedingungen in Maputo und in der Provinz Inhambane stellten daher
hohe Anforderungen bzgl. einfachsten Wohn- und Reisekomforts.
Aktivitäten der
SchülerInnen:
Hinsichtlich des
fachlichen Austauschs und Zusammenarbeit mit mosambikanischen
SchülerInnen und Facharbeitern sind drei wesentliche Aktivitäten zu
nennen:
-
Reparatur von
Schulmöbeln mit Schülerinnen der Sekundarschule in Moamba:
In Folge des Besuchs der Sekundarschule von Moamba/Provinz Maputo
entstand spontan die Idee, einen Arbeitseinsatz zur Reparatur von
Schulmöbeln durchzuführen. Bei unserem ersten Besuch wurde uns ein
Berg von kaputten Schulmöbeln gezeigt. Die Schulleiterin erklärte,
dass schon ein Versuch gestartet wurde, die Schulmöbel mit eigenen
Mitteln instand zu setzen, was jedoch am fehlendem Werkzeug, zu
dessen Beschaffung kein Geld vorhanden war, scheiterte. Die
SchülerInnen legten spontan Geld zusammen und beschafften
selbständig das notwendige Werkzeug und weitere Arbeitsmittel. Bei
einem erneuter Besuch der Schule von einem Teil der Gruppe wurden an
einem halben Arbeitstag 45 Schulmöbel repariert. Die deutschen
SchülerInnen zeigten den mosambikanischen SchülerInnen die
notwendigen Arbeitsschritte und die mosambikanischen Schüler
reparierten selbständig die Möbel. Drei Monate nach Abreise der
deutschen Schüler haben die mosambikanischen Schüler schon die
Schulmöbel für die Ausstattung eines weiteren Klassenraumes
selbständig repariert.
-
Das Projekt
„Tischkicker“ an der Bauschule von Massinga/Provinz Inhambane:
Die Idee, einen Tischkicker mit mosambikanischen
Tischlerauszubildenden zu bauen, entstand bei den deutschen
SchülerInnen schon in Hamburg. Die Idee wurde den mosambikanischen
Auszubildenden bei der Ankunft in Massinga vorgeschlagen und mit
Interesse angenommen. Die Planung und Umsetzung dieses Projektes
erfolgte selbständig in enger Zusammenarbeit zwischen deutschen und
mosambikanischen Auszubildenden. Dabei mussten sich die deutschen
Auszubildenden auf vollkommen ungewohnte Fertigungsbedingungen
einstellen und die mosambikanischen Auszubildenden machten zum
ersten Mal die Erfahrung handlungsorientierten Lernens. In nur zwei
Tagen entstand ein Produkt, das für die mosambikanischen
SchülerInnen einen hohen Gebrauchswert darstellt und von der Schule
in der Region vermarktet werden kann
Zum
Abschluss der Reise bestand für die deutschen Auszubildenden die
Möglichkeit, in einer größeren Möbelfabrik in Maputo-Stadt ein
zweitägiges Betriebspraktikum zu machen. Diese Möglichkeit nutzten
insgesamt 4 SchülerInnen.
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