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Globales Lernen:
Unterrichtsmaterial
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Materialien Sek I/II
Fairer Handel

Kaffee

Institut für Lehrerfortbildung,
Beratungsfeld Globales Lernen

Moorkamp 9, 20357 Hamburg
Tel. 040/ 42801 - 2512/2510
Do. 14-16 Uhr (außer in den Schulferien)
und nach tel. Vereinbarung.

zum Teil auch in der :
pti-Beratungsstelle: Globales Lernen
 im Grundschulbereich

und in der Bramfelder Laterne
(s. Datenbank)

 

Siehe auch: http://transfair.org
Anregungen für eine Unterrichtseinheit "Kaffee" (ab Kl.7) finden Sie unter
http://www.welthaus.de/kaffee.html
  1. Einleitung
  2. Informationsmaterial
  3. Statistische Angaben
  4. Didaktische  Materialien
  5. Diaserien und Folien
  6. Filme und Videos
  7. Spiele
  8. Kontakte und außerschulische Lernorte

Mehr Kaffee für immer weniger Geld
Millionenfaches Elend durch sinkende Weltmarktpreise


Kaffee ist so billig wie noch nie. Der Weltmarktpreis ist auf 54 US-Cents pro halbes Kilo Rohkaffee gefallen. Was den Genießer hierzulande freut, bedeutet für Millionen Kaffeebauern in über 50 Entwicklungsländern eine Katastrophe. Etwa die Hälfte der weltweiten Kaffee-Ernte wird von Kleinbauern produziert. Vom Preis einer in Europa getrunkenen Tasse Kaffee sehen sie weniger als zwei Prozent – dafür melden die großen Kaffeekonzerne Rekordgewinne.

Im mexikanischen Chiapas zahlen die Zwischenhändler heute 70 Prozent weniger für die rohen grünen Bohnen als noch vor fünf Jahren. Im benachbarten Veracruz bieten manche nur noch 10 Cents pro Kilo Kaffee. Inzwischen sind die Produktionskosten viel höher als der Erlös. Viele Pflanzer geben den Kaffeeanbau auf und versuchen in den großen Städten Arbeit zu finden.

In der Kilimanjaro-Region in Tansania müssen die Kaffee-Bauern ihre Kinder von der Schule nehmen – sie bringen das jährliche Schulgeld von 10 US-$ nicht mehr auf. Ähnlich ergeht es den Pflanzern in Uganda, Burundi und Äthiopien. In den Kaffee-Regionen ist bittere Armut eingekehrt.

In Kolumbien pflanzen die oft hoch verschuldeten Kleinbauern zunehmend Schlafmohn und Kokasträucher zwischen die Kaffeestauden – und rufen damit die Anti-Drogen-Einheiten der US-Armee auf den Plan. Die Vereinten Nationen schätzen, dass der Anbau von Koka allein im vergangenen Jahr um 60 Prozent gestiegen ist.

Für viele Länder bedeutet der Absturz der Kaffee-Preise verheerende Einbußen bei den Exporteinnahmen. Im westafrikanischen Uganda hat die Kaffee-Krise alle Erleichterungen durch den jüngsten internationalen Schulderlass mehr als aufgefressen. Äthiopien, das rund zwei Drittel seiner Ausfuhrerlöse mit Kaffee erzielt, büßt derzeit rund 150 Millionen Dollar pro Jahr ein.

Das Elend in den klassischen Kaffee-Ländern hängt mit dem Aufstieg eines neuen Anbieters zusammen: Vietnam. Vor ein paar Jahren noch völlig unbedeutend, ist das südostasiatische Land heute nach Brasilien der zweitgrößte Kaffee-Exporteur. Mit finanzieller Hilfe der Weltbank wurden riesige Regenwaldflächen gerodet, Ureinwohner vertrieben und gewaltige Kaffeeanbauflächen eingerichtet. So sollte Vietnam Devisen erwirtschaften, um seine Schulden begleichen zu können. Seither wird weltweit mehr Kaffee produziert als verbraucht. Die Lager in den Verbraucherländern sind bis unters Dach gefüllt, die Preise sind abgestürzt.

Besserung ist auf Jahre hinaus nicht in Sicht. Schon plant die internationale Kaffee-Organisation auch den Wiederaufbau der Kaffee-Plantagen im bürgerkriegszerstörten Angola. Die wichtigsten Geldgeber sind die großen Kaffee-Konzerne Nestlé, Starbucks Coffee und andere. Deren Gewinne sind mit den sinkenden Preisen für Rohkaffee geradezu explodiert.

Der amerikanische Weltmarktführer bei Kaffeespezialitäten, „Starbucks“, hat im vergangenen Geschäftsjahr seinen Nettogewinn auf über 180 Millionen Dollar fast verdoppelt. Auch der Gewinn pro Aktie hat sich fast verdoppelt. Drastische Gewinnsteigerungen in der Kaffeesparte meldet auch der Nestlé-Konzern. Seit 1998 ist der Anteil der Ausgaben für Rohkaffee am Endverkaufspreis um etwa die Hälfte gefallen.

Von fair gehandeltem Kaffee, der den Pflanzern die Existenz sichert, wollen weder Starbucks noch Nestlé viel wissen. Dabei zeigt das Beispiel von Transfair, dass der Kaffee hierzulande kaum teurer sein muss, wenn die Kaffeebauern vernünftige Preise bekommen. Transfair zahlt den Kleinbauern rund 2 Dollar 70 für ein Kilo Rohkaffee (1,26 $/lbs.) – das ist mehr als doppelt so viel wie der Weltmarktpreis. Trotzdem ist fair gehandelter Kaffee in Deutschland nur unwesentlich teurer als die gängigen Marken – Transfair arbeitet mit geringeren Gewinnspannen. Das funktioniert, obwohl die Organisationen für fairen Handel klein sind und sie deshalb relativ hohe operative Kosten haben. Umso leichter müsste es großen Konzernen fallen, sozialverantwortliche Abnehmerpreise zu zahlen, doch das spielt an den internationalen Rohstoffbörsen keine Rolle.

Mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Welthungerhilfe (www.welthungerhilfe.de)

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Homepage Schwarzes Brett Geographie E-Mail Download Impressum

Erstellt:06.09.1996

Modifiziert:29.04.02