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Unterrichtsprojekt Regenwald
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Regenwald
Materialübersicht

Material 01


Foto: Florian Siegert

Brandrodung

Das Wanderfeldbausystem der Dajak entspricht weitgehend der natürlichen Waldregeneration. Am Ende der Trockenzeit werden im August/September kleine Flächen gerodet und abgebrannt (Ladangs). In die durch Asche gedüngten Böden pflanzt man neben Reis und Mais weitere Feldfrüchte mit unterschiedlichen Ansprüchen und Reifezeiten. Erosion wird durch die Vegetationsrückstände und die nicht vom Feuer zerstörten Bäume sowie durch den Mischanbau verhindert. Nach dem Rückgang der Erträge in 2-3 Jahren überläßt man die Flächen dem sich in der Zwischenzeit ohnehin ausbreitenden Sekundärwald. Einzelne Früchte können auch noch danach bei Bedarf geerntet werden. Nach zehn bis zwanzig Jahren haben sich Wald und Boden so weit regeneriert, daß die gleichen Flächen erneut genutzt werden können: Bei nur langsam wachsender Bevölkerung eine ökonomisch effektive und ökologisch nachhaltige Wirtschaftsweise. Zurückgehende Sterberaten, Zuwanderung von Javanern ohne Erfahrung im Wanderfeldbau, Erschließung bisher unzugänglicher Regenwaldgebiete durch Forstwege und Erhöhung der Gefahr von Flächenbränden durch Kahlschläge haben den Brandrodungsfeldbau in Verruf gebracht. Stark verkürzte Regenerationsphasen führten an vielen Orten zur Ausbreitung nur noch schwer wieder zu nutzender Alang-Alang Grasflächen. Hinzu kommt, daß Wanderfeldbau ebenso wie Jagen und Sammeln von offizieller Seite als rückständig betrachtet wird.


Foto: Florian Siegert 

Pflanzen von Trockenreis

Wenn nach der Brandrodung die Plejaden kurz vor der Dämmerung im Zenit stehen, beginnt die Aussaat von Trockenreis zwischen die verbliebenen Baumstümpfe und Schattenbäume. Dabei wird mit dem Grabstock ein Loch in den Aschenboden gestoßen, das nach dem Einsäen einiger, im Wasser vorgekeimter, Körner wieder zugetreten wird. Auf besonders geeigneten Flächen werden schnellwachsende Reissorten gesät, die man schon nach drei Monaten ernten kann. Später werden auch Knollenpflanzen, wie Maniok, Süßkartoffeln, Yams oder Taro, sowie Bananenstauden, Kürbisse, Gurken oder Ananas gepflanzt. Der Reisanbau ist das zentrale Element in der Kultur der Dajak Stämme. Allein die Kenjah in Ostkalimantan kennen über 30 verschiedene Reissorten und ihre spezifischen Standortbedingungen. Reisanbau und Reis besitzen für sie übernatürliche Kräfte. Die Ernte unterliegt dem Einfluß hilfreicher und böser Geister, die man durch Rituale und Opfergaben versucht zu beeinflussen

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Foto: Robert Schreiber

Zyklischer Wanderfeldbau

Häufig liegen die Pflanzungen inselhaft im Regenwald weit von den Siedlungen entfernt und können nur durch längere Bootsfahrten und Fußmärsche erreicht werden. Die Bauern errichten in diesen Fällen Feldhütten, in denen sie während der arbeitsintensiven Tage und Wochen wohnen. Die Grenze zwischen Sekundärwald und seit 1-2 Jahren genutzten Feldern ist im Bild deutlich erkennbar. Nachlassende Erträge und wachsender Arbeitsaufwand beim Jäten sind der Grund dafür, daß in regelmäßigem Zyklus neue Felder auf der mehrere Hektar großen "Waldlichtung" angelegt werden. Interessenkonflikte mit Holzkonzessionären schränken die Wanderbewegung ein. Seitens der Behörden wird immer mal wieder die Einschränkung oder gar das Verbot des Brandrodungsfeldbaus angekündigt - ohne allerdings Einkommensalternativen aufzuzeigen. Insgesamt sollen in Kalimantan 112.000 km2 von dieser Wirtschaftsform beansprucht werden (das entspräche 20% der Gesamtfläche Kalimantans oder einem Drittel der BRD).

 


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Erstellt:04.04.00

Modifiziert: 22.07.01