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Globales Lernen: Unterrichtsprojekt Regenwald |
HOMEPAGE Unterrichtsprojekte Regenwald |
(im Aufbau!)
Zum Thema
Grundlegendes Wissen um die Bedeutung tropischer Regenwälder
ist durch unermüdliche Aufklärungsbemühungen zum Allgemeingut in der Informationsgesellschaft geworden.
Im Entwicklungsverständnis wissenschaftlicher Einrichtungen, nationaler Behörden und internationaler Institutionen - wie der Weltbank - hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass derzeitig vorherrschende Formen
ökologisch nicht zukunftsfähig und langfristig unökonomisch sind.
Obwohl diese Einsichten weitgehend unbestritten sind,
schreitet die Zerstörung der tropischen Feuchtwälder schneller voran denn je. Das neben den Weltmeeren wohl bedeutendste, älteste und artenreichste Ökosystem ist in geradezu dramatischer Weise bedroht. Die im Zuge rücksichtloser Ausbeutung v.a. in Südostasien verursachten großen Feuer der letzten Jahre - aber auch jüngere Daten aus Amazonien - belegen, dass es keine positive Trendwende gibt. In einigen Regionen werden die Regenwälder in absehbarer Zeit ganz verschwunden sein - nicht nur die heute bereits selten gewordenen Primärwälder, sondern auch die durch stake Nutzung bereits erheblich umgestalteten Sekundärwälder.
Die Ursachen, Gründe und Mechanismen dieses scheinbar widersprüchlichen und verhängnisvollen Phänomens zu erschließen und besser zu verstehen, um daraus eigene Einstellungen und Verhaltensweisen bei der Mitgestaltung gesellschaftlicher Strukturen und politischer Entscheidungen abzuleiten, ist ein Kernanliegen Globalen Lernens.
Ein gewiss nicht einfaches Unterfangen, dass sehr viel Geduld, große Lernbereitschaft und die Fähigkeit erfordert, Komplexität annehmen zu können und undurchsichtige Zusammenhänge nicht vorschnell zu vereinfachen.
Die Auseinandersetzung mit dem Thema - z.B. während eines Besuches der EXPO2000 - vermag in der Regel keine eindeutigen Antworten zu geben, wohl aber vermittelt sie Teilerkenntnisse und den Impuls, Informationen aufmerksamer wahrzunehmen und neu zu verarbeiten.
Die zentrale Frage dabei ist: Was hat das mit mir zu tun? Der Erfolg von Unterrichtsprojekten zum Regenwald kann weniger daran gemessen werden, wie viele komplexe ökologische, ökonomische oder politische Zusammenhänge verstanden wurden, sondern wie viele Zusammenhänge mit dem eigenen Leben und wie viele Möglichkeiten als Mitgestalter einer zukunftsfähigen Weltgesellschaft erkannt wurden.
Die Orientierung an einem (nach und nach von jedem selbst mit konkreten Inhalten zu füllenden) Leitbild der globalen Gerechtigkeit und nachhaltigen Entwicklung ist bei diesen Bemühungen nicht nur eine Hilfe sondern unerlässlich. Sie ermöglicht klare Erkenntnislinien in das verwirrende Geflecht von Macht- und Wirtschaftsinteressen zu bringen, die eigenen Gesetzmäßigkeiten folgen und sich nur selten an ethischen Leitbildern orientieren.
Ermutigende Projekte einer nachhaltigen Bewirtschaftung von Regenwaldgebieten unter aktiver Beteiligung der dort lebenden Bevölkerung, alternative Konzepte agroforstwirtschaftlicher Nutzung und engagierter Einsatz im Rahmen des Ökotourismus - so wie sie auf der EXPO2000 als weltweite Projekte zum Schutze der Regenwälder gezeigt werden - dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei diesen Bemühungen um Einzelvorhaben handelt. Strukturveränderungen großen Ausmaßes sind für den Erhalt der noch verbliebenen tropischen Regenwälder und die Einführung einer nachhaltigen Forstwirtschaft, die diesen Namen verdient, erforderlich. Sie verfolgt das Ziel, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Bedeutung dieser Wälder dauerhaft zu erhalten und muss sich dabei gegen kurzfristig profitträchtige Inwertsetzungen behaupten. Ihre Durchsetzbarkeit hängt vor allem von einem auf wachsender Einsicht beruhenden breiten politischen Willen ab.
| Erstellt: 02.04.00 | Modifiziert: 22.07.01 |