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Globales Lernen: Konzepte |
HOMEPAGE Was ist Globales Lernen? |
Inhalt
1. Vorbemerkungen zur
Einordnung der Empfehlung
2. Orientierungsrahmen für
schulrechtliche Regelungen der Länder
3. Zum Konzept "Eine
Welt/Dritte Welt"
4. Ziele und Grundsätze
4.1 Aufgaben und Ziele des
Unterrichts über die "Eine Welt/Dritte Welt "
4.2 Pädagogische Grundsätze
4.3 Altersgerechter Aufbau
des Themenbereichs
5. Themenschwerpunkt und
Organisation des fächerverbindenden Unterrichts
5.1 Themenschwerpunkte
5.2 Organisation des fächerverbindenden
Unterrichts
6. Materialien für
Lehrkräfte
7. Lehreraus-
und -fortbildung
Anhang: Zusammenarbeit
mit Institutionen und Organisationen
1. Vorbemerkungen zur Einordnung der Empfehlung
Seit dem Bericht der Kultusministerkonferenz von 1988 zur "Situation des Unterrichts über die Dritte Welt" ist in verschiedenen Ländern der an der Eigenproblematik der Entwicklungsländer ausgerichtete Unterricht über die "Dritte Welt" auf die globalen Herausforderungen der "Einen Welt" ausgeweitet worden. Angesichts dieser Herausforderungen wird dringender Handlungsbedarf auch bei den Industrieländern gesehen.
Die Empfehlung versucht, die Schnittmenge dieser Aspekte in einem gemeinsamen Rahmenkonzept zu integrieren. Im Abschnitt 3 wird das Konzept "Eine Welt/Dritte Welt" sachlich umrissen, während in den folgenden Abschnitten seine schulische Behandlung erörtert wird.
Die Erfahrungen und Materialien der Länder wurden in das Gesamtkonzept der Empfehlung einbezogen. Wegen der unterschiedlichen Situation in den einzelnen Ländern der Bundesrepublik Deutschland wird auf eine gesonderte Ausweisung von Länderberichten verzichtet.
Die Empfehlung soll die
Weiterentwicklung dieses Themenbereichs in den Ländern fördern und
Orientierungshilfe sein für die Lehrplanentwicklung, die Lehreraus- und
-fortbildung, die entsprechenden Hochschulinstitute und die schulpädagogischen
Landesinstitute, die Schulbuchverlage, die Hersteller audiovisueller Medien und
die interessierte Öffentlichkeit. Sie wendet sich aber auch an die
Stellen und Organisationen des Entwicklungsbereichs, mit denen der Dialog weiter
ausgebaut werden soll, und an alle, die sich in diesem Bereich engagieren.
2. Orientierungsrahmen für schulrechtliche Regelungen der Länder
Nach den Schulgesetzen der Länder hat das Schulwesen die Aufgabe, junge Menschen im Sinne der Wert- und Ordnungsvorstellungen des Grundgesetzes und der jeweiligen Länderverfassungen zu unterrichten und zu erziehen. Wesentliche Ziele der Schule sind dabei die Vermittlung von Wissen und Kenntnissen, die Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Erziehung zur Aufgeschlossenheit für Kultur und Wissenschaft sowie die Achtung vor den religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen anderer.
In diesem Zusammenhang sollen die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung von Gerechtigkeit, Solidarität und Toleranz gegenüber anderen Kulturen für die Völkerverständigung und Friedensfähigkeit erkennen.
Gleichzeitig soll bei den Schülerinnen
und Schülern die Bereitschaft geweckt werden, an der Erhaltung der
Lebensgrundlagen für Mensch und Umwelt mitzuwirken. In dieser Hinsicht wird
auch auf den Bericht der Kultusministerkonferenz zur schulischen Umwelterziehung
in Deutschland vom 08./09.10.92 und die Empfehlung "Interkulturelle Bildung
und Erziehung in der Schule" vom 25.10.1996 verwiesen.
Die Schaffung menschenwürdiger Lebensbedingungen und die Bewahrung der Umwelt in allen Ländern dieser Welt sind zentrale Herausforderungen bis in das neue Jahrtausend hinein. Die "Erklärung zu Umwelt und Entwicklung " der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung, UNCED, Rio de Janeiro, 03.-14.6.1992, hat dies bekräftigt.
"Dritte Welt "
"Dritte Welt" ist auch heute noch der gebräuchlichste Begriff für die Entwicklungsländer, obwohl deren jeweilige Situation sehr unterschiedlich geworden ist und deshalb auch von einer "Vierten" oder "Fünften Welt" gesprochen wird. Manchen Ländern gelang ein beachtlicher Wirtschaftsaufbau und die Verbesserung der Lebensverhältnisse, während in anderen zunehmende Anteile der breiten Bevölkerung verarmen und eine allgemeine Destabilisierung eintritt.
Die Ursachen für die zunehmende Entwicklungskrise dieser Länder sind durch die Verschränkung externer und interner Faktoren äußerst komplex. Noch immer leiden die Länder der "Dritten Welt" unter der historisch entstandenen Arbeitsteilung, die einseitig zugunsten der Industrieländer wirkt. Der Preisverfall bei den von Entwicklungsländern exportierten Rohstoffen hat ihre Importe aus den Industrieländern relativ verteuert. Diese verschlechterten "Terms of Trade" haben die Schulden der "Dritten Welt" weiter anwachsen lassen.
Mit dem starken Bevölkerungswachstum halten die Bemühungen um den Ausbau von Bildung, Wirtschaft und einem funktionierenden Staatswesen kaum Schritt. Oft behindert die einseitige Verteilung von Grundbesitz und Einkommen, die fehlende Produktivität der Arbeit oder die wirtschaftlichen Eigeninteressen kleiner Eliten eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung. Eine einseitige Industrialisierungspolitik und die Betonung der Städte als Modernisierungszentren haben insbesondere die ländliche Bevölkerung wirtschaftlich und sozial benachteiligt. Ihre Ernährung ist oft ebenso gefährdet wie die Sicherung der sonstigen Grundbedürfnisse für eine menschenwürdige Existenz. Innere Spannungen, Bürgerkriege und andere bewaffnete Konflikte nehmen zu.
"Eine Welt "
Neben der sehr unterschiedlichen Situation der Länder in der "Dritten Welt " sind heute Perspektiven der "Einen Welt" erkennbar. Ausgehend von der ökologischen Einheit unseres Planeten werden auch die sonstigen Wechselwirkungen in der Völkergemeinschaft betrachtet, und das Bewußtsein einer gemeinsamen Verantwortung wächst. Dabei wird deutlich, daß die Entwicklungskrise in vielen Ländern durch externe Einflüsse vertieft wird.
Um welche Probleme es in der "Einen Welt" geht, zeigt sich u.a. an den folgenden interdependenten Erscheinungen, die das friedliche Zusammenleben der Völker bedrohen:
Globale Entwicklung und solidarisches Handeln sind also zentrale Voraussetzungen, um den Frieden dauerhaft zu sichern und die weltweiten ökonomischen, ökologischen und sozialen Probleme lösen zu helfen.
Entwicklungszusammenarbeit
Die Differenzierung zwischen den verschiedenen "Entwicklungswelten" hat stark zugenommen. Ausgangssituation, Perspektiven und Interessen eines jeden Entwicklungslandes erfordern unterschiedliche Maßnahmen:
Die Förderung der Entwicklungskompetenz in den Ländern der "Dritten Welt" setzt einen offenen und von gegenseitigem Respekt geprägten Dialog und eine an den realen Bedingungen orientierte Zusammenarbeit zwischen Entwicklungs- und Industrieländern voraus. Die Förderung im Sinne der "Hilfe zur Selbsthilfe" verlangt neben Engagement und Fachwissen die Bereitschaft und Fähigkeit zur Nutzung der kulturellen Potentiale aller Beteiligten. Deshalb sind eurozentristische Perspektiven zu vermeiden. In den weltwirtschaftlichen Beziehungen müssen die Entwicklungsländer echte Wettbewerbschancen erhalten, wenn die Schuldenprobleme gelöst werden und die Bemühungen um eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung greifen sollen.
Die globalen Probleme verlangen ein gewandeltes Bewußtsein und Handeln in den Industrieländern selbst. Die Erkenntnis zunehmender globaler Vernetzung, komplexer Interdependenzen und der Verantwortung für zukünftige Generationen in der "Einen Welt" hat ein einseitiges Fortschrittsdenken in Frage gestellt. "Sanfte", sozial- und umweltverträgliche Technologien, mit knapper werdenden Ressourcen zu vereinbarende Maßstäbe von Lebensqualität und Auswege aus einer weltweit zu befürchtenden ökologischen Katastrophe werden deshalb in den Industrieländern breit diskutiert.
Andererseits wird deutlich, daß eine (im Norden formulierte) globale Ökologiepolitik in Konflikt mit den Entwicklungszielen der "Dritten Welt " geraten und den Lebensbedürfnissen ihrer Bevölkerung zuwiderlaufen kann. Dementsprechend werden auch die ökologischen Probleme nur durch Strategien gelöst werden können, die nach den unterschiedlichen Notwendigkeiten in den Industrie- und Entwicklungsländern differenziert werden müssen.
Auch mittel- und osteuropäische
Staaten des ehemaligen Ostblocks kämpfen bei ihren gesellschaftlichen und
wirtschaftlichen Reformen mit Entwicklungsproblemen, die teilweise denen der
"Dritten Welt" ähneln. Sie sind in die globale Sichtweise der
Entwicklungsproblematik und in schulische Bemühungen wie z.B. Partnerschaften
einzubeziehen, ohne daß im folgenden auf ihre spezielle Lage eingegangen werden
kann.
4.1 Aufgaben und Ziele des Unterrichts über die "Eine Welt/Dritte Welt"
Bei der Erziehung zur gemeinsamen Verantwortung für die "Eine Welt" ist auch die Schule gefordert, die Komplexität der zu lösenden Probleme und ihre existentielle Relevanz darzustellen. Diese Erziehungsaufgabe ist insgesamt so bedeutsam, daß sie Bestandteil der Allgemeinbildung sein muß und der besonderen Berücksichtigung bei der beruflichen Ausbildung bedarf.
Sie setzt neben Wissensvermittlung eine verstärkte Handlungsorientierung des Unterrichts voraus, um neben dem Problembewußtsein im Sinne globaler Verantwortung die eigene Handlungsfähigkeit zu entwickeln. Die Offenheit vieler junger Menschen gegenüber kultureller Vielfalt in der Welt, der Wille zur Völkerverständigung und die Friedensfähigkeit sind zu nutzen und zu fördern. Dies bedingt selbstverständlich auch, daß die eigene Kultur und die sie bedingenden Werte bewußt gemacht werden.
Dabei gibt es folgende Zielbereiche und Inhalte, die exemplarisch und didaktisch verschränkt behandelt werden sollten:
Die Dimensionen dieser schulischen Aufgabe fordern die schulische Bildungsarbeit in allen ihren Bereichen. Sie reichen über die kognitive Wissensvermittlung und die didaktische Aufbereitung hochkomplexer Themen weit hinaus und stellen auch Fragen der Wert- und Handlungsorientierung schulischen Unterrichts neu.
Wo offen Probleme der Entwicklung und
der globalen Ökologie anzusprechen sind, die unsere Gesellschaft wie auch die Völkergemeinschaft
erst klären muss, darf jungen Menschen nicht der Mut zu ihrer Zukunft genommen
werden. Deshalb müssen reale Möglichkeiten und Chancen aufgezeigt werden, die
auch mit dem persönlichen Einsatz für die Entwicklungsfrage verbunden sind.
Hoffnung und Zuversicht sind wesentliche Unterrichtselemente.
Eine entwicklungsbezogene
Werterziehung steht dabei vor der erweiterten Aufgabe, die eigenen
gesellschaftlichen und kulturellen Maßstäbe nicht zu verabsolutieren. Sie muss
gerade bei der "Be-Wertung" fremder Realitäten äußerst vorsichtig
sein. Der Spannungsbogen zwischen der notwendigen Identifikation mit der eigenen
Kultur und der Offenheit für die Werte anderer Kulturen muss also pädagogisch
verarbeitet werden. Auch die Entwicklungsthematik ordnet sich damit in den
Gesamtzusammenhang des schulischen Unterrichts ein, der stets auf Versachlichung
durch den bewussten Umgang mit der Erfassung und Ordnung der komplexen Realität
zielt. Die differenzierte Problemanalyse wird als Vorbedingung für ein
handlungsorientiertes Engagement deutlich, das gewaltfreie und konfliktlösende
Prozesse in der "Einen Welt" unterstützt.
Zu Fragen der Entwicklungspolitik und
-zusammenarbeit können Experten in den Unterricht einbezogen werden. Sie sind
sowohl in den entsprechenden staatlichen, kirchlichen oder privaten
Institutionen zu finden als auch im größer werdenden Kreis der zurückgekehrten
Fachkräfte, Lehrerinnen und Lehrer, die in Entwicklungsländern tätig waren.
Auch die Schule muss die Kenntnisvermittlung über andere Kulturräume vertiefen und so dem möglichen Irrtum des "Eine Welt "-Gedankens vorbeugen, dass die Menschen und damit die gesellschaftlichen Realitäten überall gleich seien. Dabei ist das Bewusstsein um unsere eigene Identität hilfreich, wie sie durch die neuere soziokulturelle Entwicklung in Deutschland und in Europa geprägt ist; Beispiele dafür sind die individuelle Selbstverantwortung, die fachlichen und gesellschaftlichen Schlüsselqualifikationen in einer komplexen Arbeitswelt, die Gleichberechtigung der Frau, das ökologische Bewusstsein usw. Ohne eine Weiterentwicklung in diesen Bereichen sind Produktivitätsfortschritte in den Entwicklungsländern ebensowenig denkbar wie die Verwirklichung der Menschenrechte oder der demokratischen Partizipation.
Erziehung zu interkultureller Kompetenz erkennt den Eigenwert jeder Kultur an und fördert die Zusammenarbeit. Dies gilt für die Kompetenzentwicklung der Menschen in der "Dritten Welt" für den Umgang mit modernen Strukturen ebenso wie umgekehrt für unsere Kenntnis der kulturellen Werte in der "Dritten Welt". Eine derart verstandene Erziehung zur Partnerschaft gibt sich nicht mit bloßer Toleranz zufrieden; sie würde nicht ausreichen, die gegenwärtigen Entwicklungskrisen, Menschenrechtsverletzungen sowie andere globale Herausforderungen in der Völkergemeinschaft aktiv zu bewältigen.
Kulturelles Bewusstsein hat die Schule immer schon im Umgang etwa mit Literatur, Kunst oder Religion angestrebt. Diese Aspekte lassen sich auf die aktuellen soziokulturellen Fragen ausweiten, wie unsere Gesellschaft, der Staat sowie Wirtschaft und Technologie von den Wertorientierungen, Zielen und Verhaltensweisen der Menschen getragen, realisiert und kontrolliert werden. Von dieser "Entwicklungsgeschichte" Europas bzw. Deutschlands aus lassen sich die heutigen globalen Herausforderungen ebenso betrachten wie die Entwicklungsfragen der "Dritten Welt" in ihren andersartigen soziokulturellen Bezügen vergleichen.
In dieser Richtung bieten besondere Möglichkeiten
Schüleraustausch mit der
"Dritten Welt" kann aus vielen Gründen nicht in der Breite betrieben
werden, wie dies innerhalb Europas inzwischen üblich ist. Da die
interkulturelle Begegnung zwischen Gleichaltrigen aber besonders wichtig ist,
werden die auch im Inland gegebenen Möglichkeiten zunehmend genutzt. Dazu zählt
z.B. die Beteiligung von Schulen an einem vierwöchigen Studienaufenthalt für
Preisträger des Pädagogischen Austauschdienstes der Kultusministerkonferenz.
Insbesondere Partnerschaftsprojekte mit Schulen der "Dritten Welt", wie sie z. B. die UNESCO-Projektschulen durchführen, sind geeignet, gemeinsame Bildungsaufgaben zu fördern. Sie sollten in den interkulturellen Dialog eingebettet sein und damit nicht nur die "schulamtlichen" Aspekte und die offiziellen Kontakte umfassen. Vielmehr sollten an Schulpartnerschaften alle am Schulleben Beteiligten aktiv mitwirken. In den Entwicklungsländern stehen die persönlichen Beziehungen meist im Vordergrund; nur eine persönliche Vertrauensbasis eröffnet den Weg zuerst zu den Menschen und dann zu den Sachfragen. Schulische Partnerschaften haben daher meist mehrere Dimensionen personeller, kultureller, materieller und unter Umständen auch bildungspolitischer Art.
Schulen können so die immer noch
brachliegende Aufgabe unterstützen, den kulturellen Dialog zwischen den
verschiedenen "Welten" zu verbreitern. Er soll helfen, gegenseitige
Vorurteile und Fehlschlüsse abzubauen, damit die gemeinsame Verantwortung in
der "Einen Welt" wahrgenommen werden kann.
4.3
Altersgerechter Aufbau des Themenbereichs
Langjährige Erfahrungen sowie empirische Forschungen haben gezeigt, dass der Unterricht über die "Eine Welt/Dritte Welt" so früh wie möglich beginnen sollte. Einstellungen gegenüber Menschen anderer Kulturen und damit natürlich auch gegenüber Menschen der "Dritten Welt" lassen sich schon im Grundschulalter beeinflussen. Eine kindgerechte Einführung in die Lebenswelt von Kindern in Entwicklungsländern, ihre Familie, ihre Umwelt und ihre Spiele fördert ein erstes Verständnis für die verschiedenen Lebensweisen der Menschen. Ein solcher Ansatz schließt an das allgemeine Bemühen an, schon in der ersten Jahrgangsstufe der Grundschule mit einer umfassenden Sozialerziehung zu beginnen. Daneben können durchaus auch komplexere Zusammenhänge erschlossen werden.
Auf die Vorbereitung in der
Grundschule aufbauend wird im Sekundarbereich I das Wissen über die "Eine
Welt/Dritte Welt" sowie die gesellschaftliche und kulturelle Kompetenz
erweitert. Im Sekundarbereich II werden die Themenbereiche und die pädagogischen
Ansätze des Sekundarbereichs I im Rahmen des Erziehungs- und Bildungsauftrags
der einzelnen Schularten vertieft. Dies gilt gleichermaßen für die gymnasiale
Oberstufe wie für die beruflichen Vollzeitschulen. Auch in der Berufsschule
ergeben sich vielfältige Bezüge zu Themenbereichen der "Einen
Welt/Dritten Welt
5. Themenschwerpunkte und Organisation des fächerverbindenden Unterrichts
Die folgenden Themen sollten schwerpunktmäßig behandelt werden. Je nach den Möglichkeiten der verschiedenen Schulstufen und -arten lassen sie sich mit den Lehrplaninhalten der einzelnen Fächer verbinden:
Zum Unterricht "Eine Welt/Dritte Welt' können grundsätzlich alle Fächer beitragen. Angesichts der Komplexität der Themen wird häufig ein fächerverbindender Unterricht sinnvoll sein, der, wo dies möglich ist, projekt- und handlungsorientiert angelegt sein sollte.
Schwerpunkte für den fächerübergreifenden
Unterricht sind Erdkunde, Geschichte, Sozialkunde/Gemeinschaftskunde/Politik,
Religionslehre, Ethik sowie die sprachlichen, wirtschaftskundlichen, technischen
und naturwissenschaftlichen Fächer. Diese Fächer übernehmen je nach dem
jeweiligen Themenschwerpunkt koordinierende Aufgaben.
Verschiedene Länder haben Handreichungen für den Themenbereich "Eine Welt/Dritte Welt" herausgegeben. Daneben hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Veröffentlichung einiger Materialien gefördert, die ohne Zuordnung zu bestimmten Lehrplänen einen Überblick zur entwicklungspolitischen Thematik vermitteln.
Zur vertieften Beschäftigung der Lehrkräfte mit diesen Fragestellungen stehen auch Fachzeitschriften zur Verfügung. So kann z.B. die von der Deutschen Stiftung für internationale Entwicklung (DSE) herausgegebene Monatszeitschrift "E + Z Entwicklung und Zusammenarbeit" von Schulen kostenlos bezogen werden.
Ferner sollten die
Informationsmaterialien genutzt werden, die z.B. das Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Deutsche Gesellschaft
für Technische Zusammenarbeit (GIZ), der Deutsche Entwicklungsdienst (DED), die
Bundeszentrale und die Landeszentralen für politische Bildung herausgeben.
7. Lehreraus- und -fortbildung
Die im Abschnitt 4 dargestellten Ziele
und Inhalte bilden auch eine Orientierung bei der Bearbeitung des Themas in der
Lehreraus- und -fortbildung. Dabei kommt der Fortbildung angesichts der
weitgehend fachbezogenen Ausbildung vor allem die Aufgabe zu, Anregungen für fächerübergreifenden
Unterricht zu geben.
Anhang: Zusammenarbeit mit Institutionen und Organisationen
Die Kultusministerien der Länder arbeiten in ihrer Zuständigkeit für den schulischen Unterricht über die "Eine Welt/Dritte Welt" mit verschiedenen Institutionen zusammen. Diese sind auf der Bundesebene u. a. :
| Erstellt: 28.12.00 | Modifiziert: 21.07.01 |